Muskatnuss und Macis

Der kleine, aber feine Unterschied

Von der gleichen Pflanze stammend und doch nuanciert im Aroma sind die Muskatgewürze. Der Geruch der Muskatnuss ist kräftig-würzig, ihr Geschmack ist warm, leicht brennend und etwas bitter. Der Macis unterscheidet sich durch mehr Feinheit und Milde.
 
Mit diesen beiden Muskatgewürzen werden gerne Fleisch-, Fisch-, Käse-, Reis-, Süßkartoffel- und Gemüsegerichte, Hackfleisch, Eierspeisen, Aufläufe, Wurst, Suppen, Eintöpfe, Fleischbrühen, Gemüsesäfte, Kartoffelpürees, Grießklößchen und Saucen gewürzt. Auch zum Verfeinern von Fruchtdesserts, Puddings, Konfitüren, Früchte- und Honigkuchen, Kirsch- oder Apfelkuchen, heißen Milchgetränken oder Schokolade, alkoholischen Getränken wie Glühwein, Fruchtpunsch und Likören eignen sich Muskatnuss und Macis hervorragend.
 
Gerade in der kalten Jahreszeit sind diese beiden Gewürze gefragt. Ihre Inhaltsstoffe, so auch das ätherische Öl, wirken erwärmend und fördern, nach üppigen Mahlzeiten, die Verdauung.
 
Die beiden aromatischen Gewürze stammen vom immergrünen, bis zu 20m hoch wachsende Muskatnussbaum (Myristica fragrans ). Dieser bildet gelblich-weiße Blüten. Aus den Fruchtknoten der weiblichen Blüte entwickelt sich nach ca. neun Monaten eine hellgelbe, pfirsichähnliche und fleischige Frucht. Sie trägt im Inneren einen von dem filigranen Samenmantel und der harten, dunkelbraunen Samenschale umschlossenen Samenkern.
 
Der rötliche Samenmantel, der die Muskatnuss umhüllt, wird korrekt als Macis bezeichnet. Der Begriff Muskatblüte geht auf einen Irrtum des Gelehrten Albertus Magnus zurück, der im 13. Jahrhundert in seinem Werk De vegetabilibus libri den Macis als Blüte des Muskatnussbaumes beschrieb. Die falsche Bezeichnung blieb dann über Jahrhunderte hinweg bis heute erhalten. Auch der Name Muskatnuss ist nicht richtig, da es sich hier botanisch nicht um eine Nuss, sondern um einen Samen handelt.
 
Einst wuchs der Muskatnussbaum nur in einem eng begrenzten Areal, auf den Banda-Inseln. Da diese Molukken-Inseln nicht im antiken Handelsverkehr eingebunden waren, war die Muskatnuss im Altertum wohl außerhalb ihres Ursprungsgebietes nicht bekannt. Von arabischen Händlern wurde diese im 6. Jahrhundert dann ins ägyptische Alexandria gebracht und vom 9. Jahrhundert an gelangten die nuces moschatae, die „nach Moschus duftenden Nüsse", schließlich bis nach Europa.  Um 1100 waren Muskatnüsse nachweisbar auch im Rheinland gebräuchlich, wo sie unter anderem zur Aromatisierung von Bier dienten.
 
Als erste Europäer landeten 1511 die Portugiesen auf den Banda-Inseln und lieferten das ganze 16. Jahrhundert hindurch die würzigen Samen nach Europa. Nach der Eroberung der Molukken zu Beginn des 17. Jahrhunderts durch die Holländer errichteten diese dann unter Militärgewalt ein Handelsmonopol. Erst im Jahre 1770 gelang es dem Franzosen Pierre Poivre Muskatnusssetzlinge nach Mauritius zu schmuggeln und einige Jahre später diese von dort aus nach La Réunion und auf die Antillen-Inseln zu befördern. Als die Engländer zwischen 1796 und 1802 die Molukken besetzten, brachten sie verschiedene Gewächse, darunter auch Muskatnussbäume, nach Sumatra und Indien.
 
So verbreitete sich mit Beginn des 19. Jahrhunderts diese Gewürzpflanze in den Tropengebieten beider Hemisphären und heute liefern neben Indonesien, Sri Lanka, Grenada, Südindien, Madagaskar, Réunion sowie Brasilien auch die westindischen Inseln Muskatnuss und Macis. Hauptproduzent ist die Antilleninsel Grenada, die 40 bis 60% der Welternte stellt. 
 
Wichtig für den Muskatnussbaum ist vor allem tropisch-feuchtes Klima, nährstoffreiche, wasserdurchlässige Böden sowie ausreichende Beschattung und Windschutz. Die Vermehrung erfolgt durch die rasch keimenden Samen. Die erste Ernte ist ca. acht bis zehn Jahre nach Anpflanzung möglich. Ein Baum kann dann zwischen dem 15. und 60. Jahr Höchsterträge von rund 1.500 Samenkernen pro Jahr liefern. Als qualitätvoll und hochwertig werden große, glatte und unbeschädigte Muskatnüsse eingestuft.


MARESI Austria GmbH • Meytensgasse 27 • A-1131 Wien
Impressum (AT)